„Bewegt euch, Heiner!“

DARSTADT. Wie klingt Darmstadt? Den Sound der Stadt in einem eigenen Lied einzufangen haben schon viele versucht. Angefangen beim verstorbenen „Krone“-Türsteher Fred Hill und seinem „In Darmstadt ist es prima“ über „Darmstadt“ der finnischen Band „Ruoska“ und dem SV-Soli-Rap „Darmstadt“ vom Ex-Stadionsprecher Peter Kunz bis hin zu „Dickes D“ der Nachwuchsband „Skaya“

4 Minuten, 32 Sekunden durch Darmstadts Nacht

Jetzt versucht sich das Djane-Duo „DontCanDJ“ alias Emma McLellan (35) und Doris Vöglin (30) daran. Zusätzlich haben sie ein Video zum Song gedreht und dabei 15 Bands und Kollegen aus der Darmstädter Musikszene zum Mitmachen bewegen können. Ziel war es, nicht nur sich selbst, sondern das Darmstädter Nachtleben zu repräsentieren. Fast in einer einzigen Einstelung gedreht, nimmt einen „Darmstadt“ auf 4 Minuten 32 von der Autobahnfahrt über verschiedene Stationen mit durch die Darmstädter Nacht, bis der Party-Express am Ende in den Schlosshof einbiegt und die Feier im Studentenkeller weitergeht, wo sich die Frauen kennen gelernt haben und wo sie seit etwas mehr als 3 Jahren mit ihrer „Elektroschule“ auflegen. Zu den treibenden Beats des Indietronic-Songs und dem Refrain „Darmstadt poeple, move your feed on the floor!“ (Darmstädter bewegt eure Füße auf der Tanzfläche!) präsentieren sich Bands und DJ-Kollegen an für sie typischen Orten in passenden Posen, So erlebt man im Vorbeifahren Dominik Schäfer, Macher des „Tapejam“ in der „Krone“, ganz in Kassettenbänder gehüllt am Hauptbahnhof, wird Zeuge einer Kissenschlacht in einem Bett mitten auf einer Kreuzung zwischen den nur in Pyjamas bekleideten Mitgleidern der „Bedroomdisco“, oder kann „Pee Mastah Poo“ dabei zugucken, wie er sich buchstäblich, einen Toilettengang imitierend, den Allerwertesten abfriert. Auch Kneipen speilen eine Rolle: Im „Herkules“ inszenieren sich die „Beatshots“, im Low Brow die Bands „Immergrün“ und „Bushfire“, und im „Cluster“ kann man n´mit den „Uppercut DJs“ einen letzten Absacker nehmen. Die Idee zu einem Darmstadt Song kam Emma McLellan vergangenen Sommer während einer Autofahrt nach Berlin. „Ich wollte irgendetwas mit Darmstadt fürs Auflegen bei der Elektroschule, als Wiedererkennungsmerkmal, einen Jingle oder einen eigenen Mix“ erzählt die Grafikdesignerin. „Außerdem ist Darmstadt bekannt für den Jugendstil, die Künstlerkolonie. Momentan ist die Musikszenen hier auch wie eine Künstlerkolonie. Hier passiert künstlerisch sehr viel und zwar ganz ohne Neid, sondern zusammen.“

Doris Vöglin, geboren in Darmstadt stimmt ihr zu: „Wenn man weg ist, merkt man, wie sehr man diese Stadt vermisst. Es gibt nichts schöneres als immer Sommer am Woog zu liegen und die letzten Sonnenstrahlen auf dem Marktplatz zu genießen“, sagt sie. „Wir wollten etwas für uns machen, aber als Emma mir von der Idee erzählte und die ersten Sounds vorspielte, hatte ich sofort Bilder im Kopf.“

Lied, Video und die ganze Organisation- das alles kostete Vöglin viel Zeit und Geld neben dem Brotjob als Lehrerin. Realisierbar wurde das Projekt durch den Einsatz des Mediengestaltungs-Studenten Julian Glöckner. McLellan und Vöglin haben sich 2003 auf einer Studentenparty kennen gelernt, als die eine der anderen Bier überschüttete. Die gebürtige Britin McLellan, zu diesem Zeitpunkt als Euslandsstudentin in Darmstadt, beschloss daraufhin, hier ihren ständigen Wohnsitz zu nehmen.

Mit der Veröffentlichung des „Darmstadt“-Songs und -Videos ist für „DontCanDJ“ aber noch nicht alles vorbei. Geplant ist den Song allen beteiligten heimischen sowie den internationalen Bands und DJs zur Verfügung zu stellen, die bereits in der „Elektroschule“ zu Gats waren. Sie alle sollen dann von „Darmstadt“ ihren eigenen Remix machen und diesen zurückschicken, damit das Ergebnis veröffentlicht werden kann.

Artikel hier nachlesen.

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